Im Gefolge der gewaltsam niedergeschlagenen Proteste vom Juli 2021 und einer sich vertiefenden sozioökonomischen Krise hat sich der politische Diskurs weiter verhärtet. Kuba bleibt ein geschlossenes System, in dem bürgerliche Rechte zunehmend eingeschränkt werden und keinerlei Aussicht auf Liberalisierung oder einen demokratischen Übergang besteht. Die Unterstützung für die Regierung Díaz-Canel ist gesunken. Die wiederholten öffentlichen Auftritte Raúl Castros unterstreichen den Zusammenhalt der Eliten, während die Auswanderung stark zunahm. 

Das US-Embargo und weitere Sanktionen wirkten fort. Kuba befindet sich weiterhin in einer tiefen Wirtschaftskrise, mit negativem Wachstum 2023 und 2024 und schwerem Infrastrukturverfall. Ein landesweiter Stromausfall im Oktober 2024 verdeutlichte jahrzehntelange Investitionsversäumnisse. Landwirtschaftliche Produktion sank aufgrund von Treibstoffmangel, fehlenden Betriebsmitteln und verzerrten Preisen auf historische Tiefstände, was zu Nahrungsmittelknappheit und stark steigenden Preisen führte. 

Die verschärften Spannungen zwischen den USA und Kuba nach Donald Trumps zweitem Amtsantritt verstärkten Havannas Belagerungsnarrativ, reduzierten den Raum für Dissens und stärkten die Hardliner. Ende 2024 verlangsamte die Regierung ihren bereits zuvor inkonsistenten Reformprozess, führte Preisobergrenzen wieder ein und verschärfte die Beschränkungen für den Privatsektor, während sie gleichzeitig engere Beziehungen zu politisch nahestehenden Partnern suchte.

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