Trotz aufeinanderfolgender Krisen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine konnte die proeuropäische Regierung Moldaus politische Stabilität wahren. Präsidentin Maia Sandu wurde 2024 wiedergewählt, und in einem nationalen Referendum wurde die europäische Integration als Verfassungsziel verankert – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum EU-Beitritt. Bei den Parlamentswahlen im Oktober 2025 konnte Maia Sandus Partei für Aktion und Solidarität ebenfalls einen Sieg verbuchen.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben schwierig. Das BIP wuchs 2023 nur um 0,7 % und 2024 um 0,6 %, während die Exporte stark zurückgingen und die Armutsquote auf 31 % stieg. Externe Schocks, hohe Inflation und Energieengpässe in Transnistrien belasteten die Lebensbedingungen zusätzlich, auch wenn die makroökonomische Stabilität weitgehend erhalten blieb.
Die Regierungsreformen konzentrierten sich auf die Entoligarchisierung und Stärkung der Justiz, kamen jedoch aufgrund institutioneller Widerstände nur langsam voran. Die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen im Jahr 2024 zeigte dennoch handfeste Fortschritte – trotz hybrider Bedrohungen und russischer Einflussversuche.